Die Sonne geht auf

veröffentlicht 31.03.2026 von C. Seresse, Ev. Gesamtkirchengemeinde Babenhausen-Schaafheim

„Endlich ist Frühling! Der Winter ist vorbei, das ist ein ganz anderes Lebensgefühl! Und die Leute sind auch viel fröhlicher jetzt!“

Und dann wird es doch wieder kalt. Graupelschauer, nachts Minusgrade, die Obstblüten erfrieren. Es ist ein Auf und Ab. Wie auch sonst im Leben. Schwere Zeiten wechseln sich ab mit Zeiten der Freude und Hoffnung. Dann gibt es wieder Rückschläge, manchmal sehr schmerzhafte. Dann wieder ein Hoffnungsschimmer…

Unsere Erfahrung sagt uns: auch nach einer langen, dunklen Nacht wird es wieder hell. Die Sonne wird wieder aufgehen! Der Sommer kommt! Und dann sieht alles ganz anders aus! Vieles kann man aushalten, wenn man weiß: am Ende wird alles gut. Die Hoffnung trägt sehr weit, sie gibt Kraft.

Die Kraft, im Dunkeln auszuhalten, ermöglicht es uns, Menschen auf schweren Wegen zu begleiten. Uns nicht abzuwenden, sondern hinzusehen und zu helfen. Das ist nicht selbstverständlich und gelingt nicht immer. Viel lieber wollen wir das Dunkle ausblenden, das Leiden verdrängen und unser Leben genießen. Das Schwere anderer Menschen mitzutragen – unsere eigene Kraft reicht dafür oft nicht. Wie gut, dass wir von der Auferstehung Jesu Christi leben dürfen: „Jesus Christus hat dem Tod die Macht genommen und das Leben und ein unvergängliches Sein ans Licht gebracht.“ (2. Timotheus 1,10) 

Das ist es! Weil Jesus den Tod besiegt hat, wissen wir: das Ende wird gut! Im Vertrauen auf Jesus Christus können wir Tag für Tag neue Hoffnung schöpfen. Denn durch seinen Sieg werden auch wir auferstehen in ein unvergängliches Sein. In diesem Wissen können wir der Versuchung widerstehen, dem Dunkel auszuweichen. Denn auch unser Gott übergeht das Dunkel nicht, den Schmerz, das Leid. Im Gegenteil. Er kommt mitten hinein. Er nimmt es auf sich. Er ist bei uns im tiefsten Schmerz. Gerade da. 

Es liegt eine tiefe Wahrheit darin, dass erst Karfreitag ist und dann Ostern, denn es spiegelt sich darin die Realität unseres Lebens. Freilich hält man den Karfreitag nur aus, wenn man auf Gott vertraut. Wer sich von ihm gehalten weiß, findet an diesem stillen Tag sein tiefstes Verstehen, innigste Gemeinschaft mit seinem Schöpfer. 

Und dann erfüllt sich die Hoffnung: die Sonne geht wieder auf! Es ist Ostern! Das Leben siegt! Der Herr ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden! Halleluja!

Unser guter Herr Jesus Christus, der Sieger über den Tod und alles Dunkel, tröste und trage Sie in dieser Zeit! Er macht am Ende alles gut – auf ihn dürfen wir vertrauen! Gesegnete Ostern!

Pfarrerin Christiane Seresse