Mit der „Glaubensbrille“ unterwegs

veröffentlicht 23.06.2026 von Andrea Görldt, Ev. Gesamtkirchengemeinde Babenhausen-Schaafheim

Im Lichtblicke-Gottesdienst der evangelischen Kirche in Schaafheim wurde am 14. Juni die letzte Station der Themenreihe „Begegnungen“ gemeinsam gefeiert.

Diesmal beschäftigten sich die Besucher mit der biblischen Geschichte der Emmaus-Jünger aus dem Lukasevangelium (Lukas 24) und der These: „Begegnungen sind unerwartet“.

Zur Begrüßung erhielten die Besucher symbolische Pappbrillen beschriftet mit Begriffen wie Hoffnung, Vertrauen, Glaube, Mut und Dankbarkeit. Diese spielten schon auf das zentrale Bild der „Glaubensbrille“ in der Predigt von Pfarrerin Christiane Seresse an.

Doch zunächst wurde in kurzen Spielszenen die Geschichte der Emmaus-Jünger erzählt. Die beiden Jünger sind nach Jesu Tod voller Enttäuschung, Unsicherheit und Verwirrung gemeinsam unterwegs. Auf ihrem Weg gesellt sich Jesus zu ihnen, doch sie erkennen ihn nicht. Er hört ihnen zu, geht ein Stück ihres Weges mit und erklärt ihnen die Zusammenhänge der biblischen Verheißungen. Erst als sie ihn am Abend zum Bleiben einladen und er beim gemeinsamen Mahl das Brot bricht, werden ihnen die Augen geöffnet. In diesem Moment erkennen sie, wer sie die ganze Zeit begleitet hat. Rückblickend wird ihnen bewusst, dass ihr Herz bereits unterwegs von seinen Worten berührt worden war.  

Diesen Gedanken übertrug die Predigt auf heutige Lebenserfahrungen. Enttäuschungen, Unsicherheiten und offene Fragen gehören zum Leben dazu. Der Glaube sei dabei keine „rosarote Brille“, die Schwierigkeiten ausblende, so Pfarrerin C. Seresse. Vielmehr ermögliche er eine tiefere Sicht auf das Leben und die Gewissheit, dass Jesus Menschen auch in schwierigen Situationen begleite. Oft werde dies erst im Rückblick deutlich. Die Glaubensbrille helfe dabei, Gottes Gegenwart im Alltag wahrzunehmen – auch dort, wo sie zunächst verborgen bleibe.

Musikalisch wurde der Gottesdienst wieder mit modernen Lobpreisliedern gestaltet, die zum Mitsingen einluden und die die Segensstationen begleiteten. Dort konnten die Besucher kurz und persönlich den Fragen nachgehen: „Wo wünsche ich mir eine neue Sicht?“ und „Wo kann ich Jesus begegnen?“

Zum Abschluss entstand beim gegenseitigen Segnen und Handhalten ein spürbares Zeichen von Gemeinschaft und Verbundenheit. In der herzlichen Atmosphäre wurde das zentrale Anliegen des Gottesdienstes erfahrbar: offen zu bleiben für Gottes Gegenwart. Denn Jesus ist mit Menschen unterwegs – manchmal unerwartet und erst auf den zweiten Blick erkennbar.

Nach der Sommerpause findet der nächste Lichtblicke-Godi am 13.09.2026 in der ev. Kirche in Schaafheim wieder um 18 Uhr statt.