Option auf Seligsein

veröffentlicht 01.04.2026 von C. Seresse, Ev. Gesamtkirchengemeinde Babenhausen-Schaafheim

Gedanken zum Monatsspruch April 2026

Jesus spricht zu Thomas: Weil du mich gesehen hast, darum glaubst du? Selig sind, die nicht sehen und doch glauben! Johannes 20,29

“Ich glaube nur, was ich sehe!” – Dieser Satz ist überholt, spätestens in Zeiten von KI-generierten Fotos und Texten. Man kann eben nicht mehr alles glauben, was man sieht. Man muss prüfen, ob es aus vertrauenswürdigen Quellen stammt.

Überhaupt, Glaube und Vertrauen sind zwei Worte für dieselbe Sache. „Ich glaube“ kann im Deutschen allerdings auch bedeuten „ich bin unsicher“ („Ich glaube, morgen gibt es Regen.“) Das ist nun das glatte Gegenteil von Vertrauen. 

Näher am „Glauben“ im Sinne von „Vertrauen“ ist der Satz: „Ich glaube, dass die Erde sich um die Sonne dreht.“ Hier geht es um Fakten. Verlässliche Fakten sind die halbe Miete, ohne geht es nicht. Aber von Fakten allein können wir nicht leben. Im selben Maße brauchen wir Vertrauen. Denn Vertrauen gibt Hoffnung über die Macht des Faktischen hinaus. 

Wenn Jesus hier mit dem „ungläubigen Thomas“ vom Glauben spricht, dann geht es einesteils um Fakten – und die Auferstehung Jesu Christi ist eines der am besten bezeugten Ereignisse der Antike. Doch außerdem verspricht Jesus dem, der über den Faktencheck hinausgeht, „Seligkeit“. Ein Wort, das aus der Mode gekommen ist. Vielleicht, weil wir es gar nicht mehr wagen, uns vorzustellen, dass man wirklich selig werden kann? Völlig zufrieden, innen und außen glücklich. Aber selig zu werden steht uns allen offen! Wer Jesus vertraut, erlebt es! Im irdischen Leben immer wieder einen Vorgeschmack, und in der Ewigkeit bei Ihm in Vollendung. Amen!             

Pfarrerin Christiane Seresse