„Wie kann ich im Gebet sein?“ Dieser Frage widmete sich der letzte Lichtblicke-Gottesdienst am 13. September. Im Rahmen der Gottesdienstreihe „Beten verbindet“ der evangelischen Kirche beschäftigte er sich mit den Gefühlen im Gebet. Im Mittelpunkt stand Hanna aus dem Alten Testament. Ihr „Triggerpunkt“: Sie wird nicht schwanger, fühlt sich deshalb nicht vollständig und sogar wertlos. Dabei wird sie von ihrem Ehemann geliebt und wertgeschätzt.
Gleich zu Beginn wurde die Geschichte auf besondere Weise lebendig: In einer kleinen Quizshow wurden drei verschiedene „Hannas“ vorgestellt. Welche von ihnen sei wohl die biblische Hanna? Hanna 1 ist verzweifelt, traurig und frustriert. Sie fühlt sich von Gott ungerecht behandelt und glaubt nicht mehr daran, dass Beten etwas bringt. Hanna 2 ist ebenfalls traurig, weiß aber um die Liebe ihres Mannes. Sie bringt ihren ganzen Frust vor Gott – ihre Wut, ihre Enttäuschung und ihre Verzweiflung. Sogar einen Handel bietet sie Gott im Gebet an. Gleichzeitig glaubt sie an Wunder und gibt die Hoffnung nicht auf. Hanna 3 stellt sich tapfer der Wirklichkeit. Sie fühlt sich durch die Liebe ihres Mannes stark und vollständig und meint deshalb, keinen Glauben zu brauchen.
Die Auflösung: Hanna 2 ist die biblische Hanna (aus 1. Samuel 1, 1-20). Sie macht vor Gott nichts schön und hält ihre Gefühle nicht zurück. Sie schüttet Gott ihr Herz aus und traut ihm gleichzeitig zu, etwas zu verändern. Genau darin lag die Botschaft des Gottesdienstes: Es gibt verschiedene Wege, mit schwierigen Situationen umzugehen. Gefühle sind dabei keine Schwäche. Im Gegenteil: Wir dürfen Gott unsere Gefühle zeigen – mit allem, was uns bewegt. Gott möchte für uns da sein und uns Schutz geben. Deshalb dürfen wir im Gebet echt sein – wie ein Kind, das seine Gefühle unverfälscht zeigt. Als Gottes Kinder müssen wir vor ihm nichts verstecken oder erst „in Ordnung bringen“. Wut, Sorge, Traurigkeit, Freude und Hoffnung: Alles darf im Gebet seinen Platz haben.
Die anschließenden Segensstationen luden dazu ein, persönlich darüber nachzudenken: Was ist mein Triggerpunkt? Was beschäftigt mich gerade? Was möchte ich Gott davon mitteilen? Eine Anregung war auch, einmal laut zu beten. Denn wenn Worte hörbar werden, kann aus dem Gebet ein echtes Gespräch mit Gott werden.
So wurde der Lichtblicke-Gottesdienst zu einer herzlichen Einladung: Erlaube dir, vor Gott echt zu sein. Du darfst mit deinem ganzen Herzen zu ihm kommen – genauso, wie du bist.
Die Reihe „Beten verbindet“ wird in den sonntäglichen evangelischen Gottesdiensten noch bis zum 27.09. fortgeführt. Hier findet jeweils auch im Anschluss ein gemeinsamer Kirchenkaffee statt. Der nächste Lichtblicke-Gottesdienst wird am 8. November 2026 wieder um 18 Uhr gefeiert.