Schon mal ungerecht behandelt worden?

veröffentlicht 23.06.2026 von C. Seresse, Ev. Gesamtkirchengemeinde Babenhausen-Schaafheim

Es ströme aber das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach. Amos 5,24 Gedanken zum Monatsspruch für Juli 2026

Ungerechtigkeit tut weh. Sie hinterlässt oft ein Gefühl der Ohnmacht und Hilflosigkeit. Sie passiert in engen Beziehungen genauso wie auf staatlicher Ebene. Zu allen Zeiten haben Menschen andere Menschen unterdrückt und ausgebeutet. Auch in unserem Land, trotz vieler Gesetze und Sicherungssysteme, passiert dies regelmäßig, ganz zu schweigen von den Schäden, die unser Lebensstil in anderen Ländern hinterlässt.

In der Bibel werden ungerechte Verhältnisse offen beschrieben, und viele der Propheten greifen das Problem auf. Einer davon ist Amos. Er prangert die Ungerechtigkeiten seiner Zeit an, und die unterscheiden sich gar nicht so sehr von denen heutzutage: die einen wollen feiern und nehmen dafür den anderen, die sowieso arm sind, auch noch ihren letzten Besitz weg. 

Amos sagt deutlich, dass Gott will, dass Gerechtigkeit herrscht. Und er macht auch klar, dass Gott Unrecht am Ende bestraft. Aber das ist es nicht, was er für uns im Sinn hat, sondern er will uns viel lieber helfen, Gerechtigkeit zu leben! „Gott spricht: Sucht nach mir, und ihr werdet leben!“ (Amos 5,4) „Sucht Gutes und nicht Böses – damit ihr am Leben bleibt!“ (Amos 5,14) Gott weiß, dass wir es alleine nicht schaffen, miteinander in Güte und Großzügigkeit umzugehen, gerne zu teilen und den Ausgleich zu suchen, auch wenn es für uns persönlich Verzicht bedeutet. Deshalb bietet er an, uns zu helfen. Und er macht den Anfang, indem er uns in Jesus auf Augenhöhe begegnet und uns Vergebung anbietet. Amen!